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    • Asimov ist ein Klassiker. Mich haben seine Ideen gefesselt, schon als Teenager.

      Ich habe gerade Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe gelesen. Mich hat das Buch unheimlich gefesselt. Es ist eine eigentlich klassische Coming of Age Geschichte, die als Hauptcharakter (Aristotle) einen ziemlich verschlossenen und stillen Charakter hat. Da wir aus dessen Perspektive alles sehen, wird man in der Geschichte förmlich in seine Perspektive förmlich gesaugt. Denn die Freundschaft im Titel genannten Dante ist die einzig tiefere menschliche Verbindung die der schweigsame und Gefühle und Gedanken mit sich ausmachende Ari außerhalb seiner Familie eingeht. Diese ist relativ disfunktional, vom Krieg traumatisierter Vater, dementsprechend schweigsam wie sein Sohn, und die Mutter ist geschädigt vom Gefängnis Aufenthalt des deutlich älteren Bruders, der nie erwähnt, Bilder gezeigt oder besprochen wird. Ich finde das Buch sehr dicht geschrieben, weil man einerseits einige fast schon klischeehaften Augenblicke durchlebt (Rettung des Freundes Dante bei Autounfall, Wegzug von Dante, erstes Auto, Erste Drogen, Knutschen). Weil Aristotle aber völlig unaufgeregt und quasi unberührt davon ist, dies in irgendeiner Weise emotional aufwühlend zu empfinden, bekomt das einen frischen Touch. Das funktioniert, weil wir Ari wirklich abnehmen, von der emotional angeknacksten Familie sein eigene Traumata abbekommen zu haben. Unter anderem die ständige unbeantwortete Fragestellung wer und wie sein Burder ist und eine ihn durch Stille ausgedrückte Einsamkeit, die er nur mit Dante durchbrechen kann. Und der Twist am Ende hat mich wirklich gepackt, der auch die Ursachen für Dantes Eigenheiten beim Schopfe packt. Weil ich es auf ähnliche Weise erlebt habe. Aber den will ich nicht spoilern.


    • Das erste Kapitel las sich im Buchladen ganz interessant, also hab ichs mir mal mitgenommen. Bin jetzt ungefähr in der Mitte.

      Schauplatz des Romans ist ein brandenburgisches Dorf; unter den Einwohnern entsteht nach und nach ein Konflikt aufgrund geplanter Windkraftanlagen. Die Handlung wird abwechselnd aus den Perspektiven der verschiedenen Bewohner vorangetrieben - ein junges, frisch neu zugezogenes Pärchen aus Berlin, ein ebenfalls zugezogener ehemaliger Uni-Professor (jetzt Vogelschützer) samt junger Frau, alteingesessenes Urgestein aus DDR-Zeiten (v.a. die Zerstrittenen aus der ehemaligen LPG samt Anhang) usw. Der ganze Konflikt geht natürlich von den geplanten Windrädern aus, basiert darüber hinaus aber auch auf der Unfähigkeit oder dem Unwillen, sich zu verständigen. Es bilden sich kleinere Fraktionen innerhalb der Dorfgemeinschaft und bald ist der Punkt erreicht, an dem man den jeweils anderen nur noch schwer vertrauen kann bzw. will, mit Stereotypen hantiert wird, alte Vorurteile ausgepackt werden, es zu ständigen gegenseitigen Verdächtigungen und Missverständnissen kommt, man nicht mehr miteinander reden will etc. Die Grundbedingungen für diese Entwicklung waren alle bereits vorher vorhanden und jetzt sprießt daraus ein ausgewachsener, dorfübergreifender Streit.

      Die Figuren wirken manchmal etwas sehr überzeichnet/stereotypisch und extra für die Handlung auf Konflikt gebürstet. Gleichzeitig macht der dadurch entstehende, satirische Tonfall das Buch amüsant zu lesen. Außerdem sind die Themen Individualismus VS Gemeinschaft und die Schwierigkeit echter gesellschaftlicher Dialoge gerade deswegen ziemlich deutlich und springen einen manchmal aus dem Text heraus fast an. Ein subtiles Buch ist es nicht gerade, interessant ist es aber allemal und liest sich an einigen Stellen wie ein Krimi. Bin mal gespannt, wohin das am Ende noch führt. Könnte mir aber auch gut vorstellen, dass mir die Überzeichnung evtl. irgendwann dann doch zu weit gehen könnte.
    • Houllebeque - Unterwerfung

      Hat ein paar interessante Ansätze. Zum Beispiel die implizierte Idee, dass der Islam die Rettung des Konservatismus ist. Insgesamt hat das Buch aber zu viele haarsträubende Ansätze, um ernst genommen zu werden. Houllebeque ist doch ein ziemliches intellektuelles Leichtgewicht mit zu grosser Sexfixierung. Ich hab eigentlich eine intellektuelle Herausforderung eines Andersdenkenden erwartet, bekam aber stattdessen ein recht flaches Buch zu lesen.

      Für einfache Gemüter sicher kontrovers und interessant. Für mich aber eher meh.

      Freu mich jetzt auf Hesses Steppenwolf. Erwarte hier mehr Substanz.
    • poetischer träumer schrieb:

      Houllebeque ist doch ein ziemliches intellektuelles Leichtgewicht mit zu grosser Sexfixierung. Ich hab eigentlich eine intellektuelle Herausforderung eines Andersdenkenden erwartet, bekam aber stattdessen ein recht flaches Buch zu lesen.


      Dasselbe hab ich mir bei "Elementarteilchen" gedacht. Da das Buch bzw. der Film dazu relativ bekannt ist, hatte ich hohe Erwartungen, was den Inhalt betrifft - letztendlich bestand aber gefühlt die Hälfte des Buchs aus Fetisch-Sex-Kram, aufgepeppt bzw. "aufgewertet" durch ein paar tiefergreifende Ansätze. Nach dem anfänglichen "Schock" waren viele Stellen einfach nur langweilig, belanglos oder zu bemüht provokativ. Oft hatte ich das Gefühl, der falschen Lesergeneration anzugehören. Etwas ältere Leser haben diesen Schreibstil sicherlich noch als gewagt, vielleicht sogar revolutionär aufgefasst. Aber in den Augen jüngerer Generationen wirkt er bereits auf unbeholfene Art und Weise altbacken.

      Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Unterwerfung gelesen habe, kann mich an die Details nicht mehr erinnern. Weiß nur noch, dass ich die Hauptfigur mit ihrer zynisch-nihilistischen Weltsicht zu Beginn merkwürdig sympathisch fand.


    • Derzeit lese ich von Victoria Benedictsson/Ernst Ahlgren die Sammlung Från Skåne und den Roman Fru Marianne.
      Besonders Fru Marianne gefällt mir und es war mir eigentlich klar, dass es der bigotte Brandes, der Benedictsson nur ausgenutzt hat, es so zerreißen würde. Leider nahm sie sich deswegen schon wenig später das Leben.

      Empfehlenswert, besonders da sie damals die (fehlende) Sexualerziehung der Frau ziemlich radikal kritisiert hat.
    • Was hältst du denn bisher von dem Buch? Im Buchhandel hatte ich mal kurz reingeschaut, wurde da aber ziemlich abgeschreckt. Stattdessen habe ich mir Armada gekauft, Clines zweiten Roman. Der ist aber auch eher meh.
    • The First Law - The Blade Itself

      Wieder so eine Reihe, die ziemlich gut ist, aber ich stecke da aktuell fest. Es ist nicht langweilig o.ä., aber ich lese generell abends vor'm Schlafen und ich bin in letzter Zeit einfach zu fertig bzw. habe nicht den Kopf frei, um mich auf's Lesen konzentrieren zu können. Konnte gestern endlich mal wieder ein Kapitel lesen. Habe lange keinen Fantasy-Roman mehr gelesen, aber diese Reihe wird mich bestimmt bei Laune halten ^^.
    • Der Autor hat auch noch mehr in dieser Welt geschrieben. Die Reihe ist schon gut und wird sehr oft empfohlen, aber die Stand-Alones danach (welche aber The first law voraussetzten) sind für viele nochmal besser.

      Ich lese im Moment bzw. fange gerade an mit: Kushiel's Chosen.
      Ist der zweite Teil einer Serie, welche wie andere populäre Fantasy Reihen über politische Intrigen handelt. Dabei ist die Welt/die Besonderheit der Serie sehr gewöhnungsbedürftig. Das ist nichts schlechtes und auch gut gemacht, aber nicht für jeden was... Stellenweise für manche zu explizit bzgl. Sex/Masochismus.
    • "unter der Mitternachtssonne" von Keigo Higashino.

      Der Higashino ist ja sowas wie Ikeido Jun für Krimis, hauptsache viele Romane raushauen.
      Der Roman hier spielt in Osaka und wirkt so als hätte man da zwangsweise einen Lokalkolorit einbauen müssen, ständig wird mit Ortsnamen herumgeschmissen. Für mich ein leichtes, aber für Tokioter bestimmt nervig. Außerdem werden ständig neue Figuren eingeführt und wie da der Bogen zum Mord am Anfang geschlagen wird, ich bin gespannt.
      Staatsangehörigkeit: Unbekannt | Alter: Unbekannt | Name: Unbekannt | Alias: Golgo 13
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