Land vs Stadt

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Land vs Stadt

      Feidl schrieb:

      Und bekanntermaßen kommen unsere Lebensmittel aus den Supermärkten.
      Die überwiegende Mehrheit wohnt nicht auf dem Land, weil sie Bauern oder Ernter sind (die Ernter sind meistens eh ausländisch), sodern weil die Grundstückspreise niedrig sind. Deutschland ist keine Agrargesellschaft mehr und dementsprechend ist der Anteil des Primärsektors verschwindend gering. Der Trend geht sowieso immer mehr zu vollautomatisierten Großbetrieben mit um die fünf Mitarbeiter auf dem Hof. Die können gerne auch weiter mit dem Auto herumgurken, das fällt kaum noch ins Gewicht.

      Feidl schrieb:

      Wir können glücklich sein, dass in Deutschland die Bevölkerung relativ dezentral und flächig verteilt ist.
      Menschen zogen schon immer in Städte, um Wege zu verkürzen. Seit der primäre Sektor ein Surplus erwirtschaftet, ist das so, und heutzutage ist unsere Landwirtschaft so effizient wie nie. Du beklagst lange Wege, ziehst aber nicht die Konsequenz, die man schon seit über tausend Jahren gezogen hat.

      Und das Problem mit dem Bahnnetz würde sich auch lösen, wenn man auf Bundesebene zu den nötigen Investitionen bereit wäre. Der Autoverkehr wird jetzt schon viel stärker subventioniert als die Bahn.

      Und ja, in puncto Transport kann Deutschland gerne etwas japanischer werden.
      Meiner Ansicht nach gibt es keinen gesunden Patriotismus. Im Gegenteil - Patriotismus scheint mir immer ein Zeichen von Idiotie zu sein. Es gibt also nur kranken Patriotismus. "Gesunder Patriotismus" klingt für mich ein bißchen wie "gutartiger Tumor"; es ist vielleicht nicht direkt lebensgefährlich, aber es ist immer noch ein Tumor.
      - das Känguru
    • ballet de la nuit schrieb:

      Feidl schrieb:

      Und bekanntermaßen kommen unsere Lebensmittel aus den Supermärkten.
      Die überwiegende Mehrheit wohnt nicht auf dem Land, weil sie Bauern oder Ernter sind (die Ernter sind meistens eh ausländisch), sodern weil die Grundstückspreise niedrig sind. Deutschland ist keine Agrargesellschaft mehr und dementsprechend ist der Anteil des Primärsektors verschwindend gering.
      Das Land hat aber nicht nur Landwirtschaft zu bieten. Gerade in Deutschland gibt es auch in ländlichen Gegenden einiges an mittelständischen Industriebetrieben, das sind die, die zu Deutschlands wirtschaftlichen Rückrat gehören.

      Und in Deutschland wohnt die Mehrheit in ländlichen Regionen. (46 Mio.)


      ballet de la nuit schrieb:

      Du beklagst lange Wege, ziehst aber nicht die Konsequenz, die man schon seit über tausend Jahren gezogen hat.
      Ich hab das sicher nicht beklagt. und die Konsequenz ist es, Wirtschaftsförderung in der Fläche zu betreiben, umso Arbeitsplätze auf dem Land zu erhalten. Deswegen auch die Fokussierung der Politik auf den verstärkten Breitbandausbau auf dem Land, nicht nur wegen der Bürger, sondern vor allem für die Unternehmen dort.


      ballet de la nuit schrieb:

      Und ja, in puncto Transport kann Deutschland gerne etwas japanischer werden.
      Außer bei Pünktlichkeit nicht sinnvoll, da zu unterschiedliche Bevölkerungsverteilung. Du musst dich entscheiden, lieber Japan mit einen an Japan anpassten Transport oder Deutschland mit einen an Deutschland angepassten Transport.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4-mal editiert, zuletzt von Feidl ()

    • Das geht zwar OT aber die meisten Arbeitsplätze wirst du auf dem platten Land finden. Da sind eben sehr viele Klein und Mittelständige Unternehmen im Industriegebiet nebenan. Als Beispiel, hier oben im Westerwald ist die Firma "Wirtgen" in Windhagen einem 4500 EW Nest. Die Firma ist weltweit tätig und Spitzenreiter für Gerätschaften zum Straßenbau und Abbruch.
      Mann (Frau auch) kann da durchaus Arbeit finden, man muss nur auf dem Land leben wollen. Wir können schließlich nicht alle von der Cafe Latte Bar im Studentenviertel leben.

      Ein E-Auto wird mit den Betriebskosten bestimmt nicht wesentlich günstiger werden. Der größte Brocken sind eh die Lohnkosten.
      Wie oft muss der Tesla eigentlich zur Inspektion, in welchem KM Abstand, was wird da getauscht und was kostet das?
    • Feidl schrieb:

      Und in Deutschland wohnt die Mehrheit in ländlichen Regionen. (46 Mio.)
      Daß die Weltbank das sehr anders sieht, mal beiseite, ist der Trend jedoch schon seit Jahrhunderten eindeutig zur Stadt. Und selbst wenn die Regierung sich dem Unsinn verschrieben hat, das tote Pferd Land künstlich am Leben zu halten, so scheint sie momentan ziemlich zu versagen. Verständlich, immer weniger Menschen haben Lust darauf, zum Geldabheben oder Einkaufen eine Stunde in den Nachbarort zu tuckern und das Dorffest mit einem Altersdurchschnitt Ü60 als Highlight ihres Jahres zu erachten.


      Feidl schrieb:

      und die Konsequenz ist es, Wirtschaftsförderung in der Fläche zu betreiben, umso Arbeitsplätze auf dem Land zu erhalten.
      Diese Konsequenz wäre in etwa, als ob man die Gruben im Ruhrgebiet künstlich am Leben hielte, nur weil sie ja schon da waren, allen ökonomischen Rahmenbedingungen zum Trotz. Wirtschaftliche Zentren ändern sich, und der Trend geht seit dem späten Mittelalter auch heute noch zur Stadt - aus oben genannten Gründen.


      WELT schrieb:

      Die wirtschaftlichen Folgen einer stärkeren Verstädterung könnten erheblich sein, denn Ökonomen gehen davon aus, dass die Menschen in Städten produktiver sind, als wenn sie auf dem Land wohnen. „Verstädterung führt zu höherer Produktivität und dadurch zu mehr Wachstum“, sagt etwa Gabriel Ahlfeldt, Associate Professor an der London School of Economics (LSE).
      Ökonomen sehen dabei vor allem zwei Kräfte am Werk: Weil Arbeitnehmer in großen florierenden Städten unter vielen Arbeitgebern wählen können, landet der Einzelne mit höherer Wahrscheinlichkeit in einem Job, der ihm besonders gut liegt. Umgekehrt haben die Arbeitgeber mehr Möglichkeiten, einen passenden Kandidaten für eine Stelle zu finden.
      Wenn sich zudem Firmen in einer Stadt ballen, lernen die Firmen voneinander und kopieren und adaptieren, was bei anderen gut läuft – ganz besonders, wenn Firmen aus unterschiedlichen Bereichen voneinander lernen. Dieser Fluss von Wissen scheint verantwortlich dafür, dass Unternehmen in Städten innovativer sind als Firmen auf dem Land.
      Dieser Produktivitätsvorteil bleibe selbst in Zeiten von Handys und Videokonferenzen erhalten, sagt Ahlfeldt: „In Städten verbreitet sich Wissen schneller; das gilt für Wissen zwischen Firmen, aber auch für die Art von Informationen, wie man sie abends nach der Arbeit beim Bier austauscht.“ Händler in der Londoner City könnten sich beispielsweise im Pub über Handelsstrategien austauschen.
      [...]
      Eine stärkere Konzentration der Bevölkerung hierzulande könnte durchaus die öffentlichen Kassen entlasten. Zum einen, weil höhere Produktivität höhere Steuereinnahmen bringt. Aber auch die Ausgaben könnten sinken: Wenn auf dem Land niemand mehr wohnt, müssen keine gut ausgebauten Straßen mehr in dünn besiedelte Gegenden führen und brauchen abgelegene Dörfer keine Kläranlagen und keinen Anschluss an die Stromversorgung mehr.
      „Der Staat muss nicht mehr in jedem Weiler eine Turnhalle bauen und kann seine Angebote viel besser auslasten, wenn die Bevölkerung konzentriert ist. Auch der Öffentliche Personennahverkehr lässt sich viel günstiger organisieren, wenn viele Menschen dicht beieinander wohnen und nicht über das Land verstreut“, sagt Brülhart.
      Da macht die "unsichtbare Hand des Marktes" einmal etwas richtig, und dann will gerade der FDPler es nicht wahrhaben.

      (Obiges ist übrigens auch der Grund, warum die Mobiltelephonfertigung sich sehr erfolgreich in Shenzhen konzentriert.)


      Feidl schrieb:

      Ich hab das sicher nicht beklagt.

      Feidl schrieb:

      Weil Züge natürlich genau von meinem Startpunkt bis zum Ziel non-stop auf direktem Weg durchfahren und daher super schnell ankommen ...
      Klingt sehr nach "Warum braucht es mit dem Zug aus Hintertupfistan so lange, irgendwohin zu kommen?". Die Antwort habe ich dir übrigens eigentlich schon gegeben.


      Rahnaya schrieb:

      Das geht zwar OT aber die meisten Arbeitsplätze wirst du auf dem platten Land finden.

      Spiegel schrieb:

      Weil gleichzeitig die Zahl der Menschen in ländlichen Regionen sinkt, heißt das: Beim Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner nimmt der Rückstand des ländlichen Raums auf die städtischen Zentren seit dem Jahr 2000 spürbar ab.
      Das Fazit des IW: Anders als oft dargestellt gebe es keine zunehmende wirtschaftliche Spaltung, sondern eine Anpassung zwischen städtischen und ländlichen Regionen.
      Entwarnung gibt das arbeitgebernahe Institut aber nicht. Es bestehe weiter "erheblicher regionalpolitischer Handlungsbedarf". So werde sich die Alterung der Gesellschaft in manchen, überwiegend ländlichen Regionen sehr viel eher und stärker auswirken. Es erscheine daher wahrscheinlich, dass die Wirtschaft dem Urbanisierungstrend zeitversetzt folgen könnte, wenn auf dem Land der Fachkräftemangel drückender werde und sich das Verhältnis zwischen arbeitenden Menschen und Ruheständlern spürbar verschlechtere.
      So viel dazu.


      Rahnaya schrieb:

      Wir können schließlich nicht alle von der Cafe Latte Bar im Studentenviertel leben.
      Klar, in der Stadt gibts nur faule Studenten, Friseure und Bars. Das Dorfkind weiß bescheid.
      Meiner Ansicht nach gibt es keinen gesunden Patriotismus. Im Gegenteil - Patriotismus scheint mir immer ein Zeichen von Idiotie zu sein. Es gibt also nur kranken Patriotismus. "Gesunder Patriotismus" klingt für mich ein bißchen wie "gutartiger Tumor"; es ist vielleicht nicht direkt lebensgefährlich, aber es ist immer noch ein Tumor.
      - das Känguru

      Dieser Beitrag wurde bereits 4-mal editiert, zuletzt von ballet de la nuit ()

    • Klar weil das alles so fantastisch ist, ist das Ruhrgebiet (ist ja ne große Stadt) auch das schlagende Herz und Paradis Deutschlands. Berlin soll ja auch ein strahlendes Vorbild sein.
      Größe heißt gar nichts, in Seoul zerfällt dieser Moloch in mehrere kleine Städte die zwar untereinander verbunden sind aber sich tatsächlich wie andere Städte anfühlen. Wie solls auch anders sein, bei einem Stadtradius von fast 50 KM.
    • Rahnaya schrieb:

      Klar weil das alles so fantastisch ist, ist das Ruhrgebiet (ist ja ne große Stadt) auch das schlagende Herz und Paradis Deutschlands.
      Hatte ich nicht oben erst das Problem des Ruhrgebiets erwähnt? Daß der größte Wirtschaftszweig, die Montanindustrie, weggebrochen ist? In solchen Fällen, wie auch z.B. in Detroit, kann ein Strukturwandel lang und mühsam sein.

      Rahnaya schrieb:

      Berlin soll ja auch ein strahlendes Vorbild sein.
      Berlin steht immer noch besser da als das umliegende platte Land.
      Und auch für Berlin gibt es besondere Gründe:

      WELT schrieb:

      Die einzige große Ausnahme in dieser Statistik, die immerhin 14 europäische Länder umfasst, bildet Deutschland. Denn die Hauptstadt der Bundesrepublik ist die einzige, die den durchschnittlichen Wohlstand nicht nach oben treibt.
      [...]
      Natürlich hat dies viel mit der Geschichte der Stadt zu tun. All die anderen Hauptstädte waren nie geteilt, und sie waren durchgehend über die vergangenen 100 Jahre Hauptstadt eines einheitlichen Territoriums. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre die wirtschaftliche Lage Berlins heute eine andere, hätte es den Zweiten Weltkrieg und die Teilung nicht gegeben.
      [...]
      Noch in der Weimarer Zeit überragte Berlin in seiner wirtschaftlichen Bedeutung weite Teile Deutschlands. 1925 lebten hier zwar nur 6,4 Prozent der Bevölkerung, Berlin verfügte aber über 8,5 Prozent der gewerblichen Betriebe und 9,3 Prozent der Beschäftigten des Landes.
      [...]
      Die wirtschaftliche Schwäche Berlins nach der Wiedervereinigung lässt sich also historisch begründen, zumal auch das Stadtgebiet im Osten in der DDR heruntergewirtschaftet wurde.
      [...]
      Und immerhin betrug das Wirtschaftswachstum in der Hauptstadt im vergangenen Jahr drei Prozent, während die Wirtschaftsleistung in ganz Deutschland nur um 1,7 Prozent wuchs. Auch im Zehnjahresvergleich liegt Berlin zusammen mit Baden-Württemberg und Bayern an der Spitze.



      Rahnaya schrieb:

      Größe heißt gar nichts, in Seoul zerfällt dieser Moloch in mehrere kleine Städte die zwar untereinander verbunden sind aber sich tatsächlich wie andere Städte anfühlen.
      Gefühle waren schon immer ein guter Berater. :wink:
      Meiner Ansicht nach gibt es keinen gesunden Patriotismus. Im Gegenteil - Patriotismus scheint mir immer ein Zeichen von Idiotie zu sein. Es gibt also nur kranken Patriotismus. "Gesunder Patriotismus" klingt für mich ein bißchen wie "gutartiger Tumor"; es ist vielleicht nicht direkt lebensgefährlich, aber es ist immer noch ein Tumor.
      - das Känguru
    • ballet de la nuit schrieb:

      Und selbst wenn die Regierung sich dem Unsinn verschrieben hat, das tote Pferd Land künstlich am Leben zu halten, so scheint sie momentan ziemlich zu versagen. Verständlich, immer weniger Menschen haben Lust darauf, zum Geldabheben oder Einkaufen eine Stunde in den Nachbarort zu tuckern und das Dorffest mit einem Altersdurchschnitt Ü60 als Highlight ihres Jahres zu erachten.
      Genau das gilt es ja zu verhindern und auch wenn es nicht überall klappt, an einigen Orten funktioniert es.

      Deinen Londoner Professor kannste vergessen, der hat sich sicher nicht Deutschland angeschaut, sondern eher sein eigenes Land, dass erfolgreich die Industrie zerstört hat, während in Deutschland es über tausend innovative aber unbekannte Weltmarktführer gibt (Hidden Champion), die meist in ländlichen Regionen zu finden sind. Als ich vom Osten in Westen gekommen bin, fiel es mir besonders auf, dass, übertrieben ausgedrückt, praktisch in jedem Kuhkaff aktive Fabriken stehen, egal ob im Sauerland oder im Schwarzwald.


      ballet de la nuit schrieb:

      Feidl schrieb:

      Ich hab das sicher nicht beklagt.

      Feidl schrieb:

      Weil Züge natürlich genau von meinem Startpunkt bis zum Ziel non-stop auf direktem Weg durchfahren und daher super schnell ankommen ...
      Klingt sehr nach "Warum braucht es mit dem Zug aus Hintertupfistan so lange, irgendwohin zu kommen?". Die Antwort habe ich dir übrigens eigentlich schon gegeben.
      Falsch, mein Kommentar war darauf bezogen, dass du Züge als bessere Alternative angedeutet hast für E-Autos, weil letztere regelmäßig Pausen einlegen müssen, dabei aber du anscheinend vergessen hast, dass Züge ebenso Pausen einlegen und sogar oftmals völlige Umwege fahren und man manchmal Umsteigen muss. Die Länge der Wege war nicht relevant, sondern nur, wie man diese zurücklegt.



      ballet de la nuit schrieb:

      Spiegel schrieb:

      Weil gleichzeitig die Zahl der Menschen in ländlichen Regionen sinkt, heißt das: Beim Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner nimmt der Rückstand des ländlichen Raums auf die städtischen Zentren seit dem Jahr 2000 spürbar ab.
      Das Fazit des IW: Anders als oft dargestellt gebe es keine zunehmende wirtschaftliche Spaltung, sondern eine Anpassung zwischen städtischen und ländlichen Regionen.
      Entwarnung gibt das arbeitgebernahe Institut aber nicht. Es bestehe weiter "erheblicher regionalpolitischer Handlungsbedarf". So werde sich die Alterung der Gesellschaft in manchen, überwiegend ländlichen Regionen sehr viel eher und stärker auswirken. Es erscheine daher wahrscheinlich, dass die Wirtschaft dem Urbanisierungstrend zeitversetzt folgen könnte, wenn auf dem Land der Fachkräftemangel drückender werde und sich das Verhältnis zwischen arbeitenden Menschen und Ruheständlern spürbar verschlechtere.
      So viel dazu.
      Du glaubst einem arbeitgebernahem Institut, das Fachkräftemangel propagiert? :D: Glückwunsch, hast du das nun auch erkannt.

      Und natürlich ist das BIP/Einwohner in der Stadt größer, das hat was mit den teils höheren Preisen und Löhnen zu tun. Wer in der Großstadt fast schon 1000€ kalt für seine 40m² Bude hinblättern muss, der braucht halt ein bisschen höheren Lohn als jemand auf dem Land, der mit der Hälfte sich 80m² warm leistet. Trotzdem natürlich wollen alle in die Stadt und jammern dann.

      ballet de la nuit schrieb:

      Rahnaya schrieb:

      Berlin soll ja auch ein strahlendes Vorbild sein.
      Berlin steht immer noch besser da als das umliegende platte Land.
      Und als es um die Vereinigung von Berlin und Brandenburg ging, wieso haben dann die Brandenburger dagegen gestimmt, wenn sie dann doch mit dem achso florierenden wirtschaftlich starken Berlin besser dran gewesen wären. Und wieso haben die Berliner dafür gestimmt, mit dem ärmlichen wirtschaftlichen schwachen Brandenburg vereinigt zu werden?
    • Feidl schrieb:

      Deinen Londoner Professor kannste vergessen, der hat sich sicher nicht Deutschland angeschaut, sondern eher sein eigenes Land, dass erfolgreich die Industrie zerstört hat
      Und was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun? Laß dich nicht von der Person ablenken, sondern setz dich bitte mit dem Inhalt auseinander. Das Prinzip der Urbanisierung arbeitet in England und Deutschland gleich.


      Feidl schrieb:

      Du glaubst einem arbeitgebernahem Institut, das Fachkräftemangel propagiert?
      Jetzt klingst du doch wie klose, der bei Studien, die ihm nicht in den Kram passen, gleich Beschiß wittert, ohne tatsächlich inhaltliche Gegenargumente (und seien es auch nur Gegenstudien) geliefert zu haben. Nicht gerade überzeugende Argumentation. Aber bitte, wenn du dem Institut nicht glaubst:

      Sächsische Zeitung schrieb:

      „Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte ist leer“, bestätigt Matthias Lißke von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge. Habe die Arbeitslosigkeit in der Region 2005 noch bei knapp 25 Prozent gelegen, so seien es heute gut 5 Prozent. „Immer mehr Unternehmen erkennen, dass das Gehalt als Dankeschön allein nicht mehr reicht.“ Extras am Arbeitsplatz seien daher zunehmend gefragt, um Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen - vor allem angesichts der nach wie vor niedrigeren Löhne.
      Er erlebe viel Fantasie seitens der Unternehmen in Sachen „Fringe Benefits“, so der Fachbegriff für freiwillige Zusatzleistungen: Theaterkarten, unternehmenseigene Sportanlagen, die komplette Übernahme von Kita-Gebühren inklusive Essensbeiträgen, Eltern-Kind-Arbeitszimmer und Enkelbetreuung für ältere Arbeitnehmer.
      [...]
      „Leider sind die Erfolge, die sich aus diesem Format ergeben - zumindest bis jetzt - sehr überschaubar, um nicht zu sagen ernüchternd“, meint der IHK-Geschäftsführer Standortpolitik und Kommunikation. Bei Rückkehrern hänge der Schritt zurück nicht nur von Kita-Plätzen, niedrigeren Kosten oder Heimatverbundenheit ab, sondern vor allem von einem fair bezahlten Job.

      Manager-Magazin schrieb:

      Der Fachkräftemangel ist real. Nur nicht so, wie er gern dargestellt wird. Im Dezember erschien die so genannte Fachkräfteengpassanalyse der Agentur für Arbeit. Gleich auf Seite 4 findet der Leser eine erstaunliche Information, die vielen in Politik und Lobbyverbänden nicht wirklich schmecken dürfte: "Aktuell zeigt sich nach der Analyse der Bundesagentur für Arbeit kein flächendeckender Fachkräftemangel in Deutschland."
      Festgestellt wird lediglich, dass es in manchen Regionen und Branchen schwieriger ist gute Arbeitskräfte zu finden als in anderen. Das liegt in der Natur der Sache: Ein IT-Dienstleister im tiefsten Allgäu wird mehr Probleme haben, als sein Konkurrent in München, Köln oder Hamburg. Das aber ist nichts Neues. Bereits vor Jahrzehnten war die Fachkräfteversorgung in bevölkerungsärmeren Regionen schwieriger.
      (In dem Artikel wird übrigens auf eine IW-Studie von 2009 eingegangen.)


      Feidl schrieb:

      Und als es um die Vereinigung von Berlin und Brandenburg ging, wieso haben dann die Brandenburger dagegen gestimmt, wenn sie dann doch mit dem achso florierenden wirtschaftlich starken Berlin besser dran gewesen wären. Und wieso haben die Berliner dafür gestimmt, mit dem ärmlichen wirtschaftlichen schwachen Brandenburg vereinigt zu werden?
      Gerade nach Brexit einen Volksentscheid als Stimme ökonomischer Vernunft zu behandeln, ist doch mehr als fragwürdig.
      Abgesehen davon: Die Abstimmung war 1996. Du erwartest nicht ernsthaft, daß Berlin in nur sechs Jahren eine fast dreißigjährige Teilung wieder wettmacht?

      Wikipedia schrieb:

      Der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 brachte für die Stadt die nächste tiefgreifende Zäsur mit sich. Die Bewohner Ost-Berlins und der Deutschen Demokratischen Republik konnten nun nicht mehr ausreisen, West-Berlin war zur politischen und wirtschaftlichen Insel geworden. 50.000 Pendler aus Ost-Berlin konnten nicht mehr in West-Berlin zur Arbeit gehen. In den Folgejahren wurde West-Berlin als Industriestandort durch die Umsiedlung ganzer Betriebe, sowie die vielerorts drastische Reduzierung der Arbeitsplätze (nicht nur durch Rationalisierung) geschwächt. Der West-Berliner Arbeitsmarkt wurde immer stärker von der öffentlichen Beschäftigung, der Wissenschaft und dem Dienstleistungssektor geprägt. Ost-Berlin blieb für die DDR-Wirtschaft zugleich weiterhin der Schwerpunkt der industriellen Produktion.
      Die zentralistische und ebenfalls hoch subventionierte Planwirtschaft der DDR konnte jedoch keinen wirtschaftlichen Aufschwung erreichen. Veraltete Anlagen sowie Rohstoff- und Devisenmangel verhinderten, dass die DDR-Wirtschaft mit den technologischen Entwicklungen im internationalen Maßstab Schritt halten konnte. Nach der politischen Wende 1989 brachen die Absatzmärkte vieler Ost-Berliner-Betriebe gleichsam mit den politischen Systemen zusammen. Ostdeutschland wurde als riesiges neues Absatzgebiet für West-Produkte genutzt, aber kaum als Produktionsgebiet gesehen. Hunderte von Betrieben und weit über Hunderttausend von Arbeitsplätzen gingen im Ostteil der Stadt verloren.


      Feidl schrieb:

      Falsch, mein Kommentar war darauf bezogen, dass du Züge als bessere Alternative angedeutet hast für E-Autos, weil letztere regelmäßig Pausen einlegen müssen, dabei aber du anscheinend vergessen hast, dass Züge ebenso Pausen einlegen und sogar oftmals völlige Umwege fahren und man manchmal Umsteigen muss. Die Länge der Wege war nicht relevant, sondern nur, wie man diese zurücklegt.
      Wenn man nicht gerade im Kuhkaff wohnt, bekommt man gerne mal eine Direktverbindung oder muß vielleicht ein-, zweimal umsteigen. Und mein Gott, mit dem Auto stehste meistens auch im Stau.

      Btw. in dreieinhalb Stunden von Osaka nach Tokyo, und das ohne Verspätung. Da kann kein Auto mithalten.


      Ich vermisse übrigens noch die Argumentation, warum zunehmende Urbanisierung (die meßbar STATTFINDET, auch wenn manche sie nicht wahrhaben wollen) jetzt schlecht sein soll. Wenn Deutschland geographisch immer japanischer wird, ist es nur sinnvoll, immer japanischer vorauszuplanen.
      Meiner Ansicht nach gibt es keinen gesunden Patriotismus. Im Gegenteil - Patriotismus scheint mir immer ein Zeichen von Idiotie zu sein. Es gibt also nur kranken Patriotismus. "Gesunder Patriotismus" klingt für mich ein bißchen wie "gutartiger Tumor"; es ist vielleicht nicht direkt lebensgefährlich, aber es ist immer noch ein Tumor.
      - das Känguru

      Dieser Beitrag wurde bereits 5-mal editiert, zuletzt von ballet de la nuit ()

    • Jetzt wollen wir aber nicht so tun als ob es nur Urbanisierung gibt und alle Leute in Städten leben wollen. Es gibt durchaus auch Stadtflucht, wo Leute wieder von der Stadt wegziehen und auch einige Leute die lieber auf dem Land wohnen wollen als in der Stadt, aber je nach Berufszweig geht das halt auch nicht. Ist richtig, dass die Verstädterung weiter zunimmt, aber das ist auch ein Fall von steigenden Bevölkerungszahlen und dem wirtschaftlichen Umschwung vor allem der Staaten, die noch nicht zur ersten Welt gehören und da jetzt quasi bei dem nachrücken, was in Europa und Japan in den letzten 50 jahren passierte.


      Ich vermisse übrigens noch die Argumentation, warum zunehmende Urbanisierung (die meßbar STATTFINDET, auch wenn manche sie nicht wahrhaben wollen) jetzt schlecht sein soll.
      Massiver Versorgungsaufwand, Verkehrs- und Umweltprobleme. Davon ab kommt es meistens nicht auf das ob sondern das wie der Urbanisierung an. Wenn mans falsch macht, entstehen Problem oder Elendsviertel (und damit mehr Kriminalität. Durch Gentrifizierung wird sowas dann gerne noch verstärkt), der Wohnraum wird knapp, der Verkehr wird extrem schwer zu managen, die Luft zu schlecht, etc. Das alles ist (theoretisch) machbar, aber es kostet, ist aufwendig und man braucht das Know-How. Aber ja, deswegen ist es wichtig auch entsprechend zu planen, damit das eben nicht schief sondern richtig läuft. Da ist Japan durchaus ein positives Beispiel.

      Good Luck, Ebola-chan.
    • ballet de la nuit schrieb:

      Feidl schrieb:

      Du glaubst einem arbeitgebernahem Institut, das Fachkräftemangel propagiert?
      Jetzt klingst du doch wie klose, der bei Studien, die ihm nicht in den Kram passen, gleich Beschiß wittert, ohne tatsächlich inhaltliche Gegenargumente (und seien es auch nur Gegenstudien) geliefert zu haben. Nicht gerade überzeugende Argumentation. Aber bitte, wenn du dem Institut nicht glaubst
      Ich hab doch gar nicht geschrieben, dass ich dem nicht glaube, sondern es wundert mich, dass DU dem glaubst und dann auch noch an den echten Fachkräftemangel, den ich öfters schon bestätigt habe, während du was mit "Fachkräftemangel ist schon, wenn weniger als 6 Bewerber auf eine Stelle gibt" und so was gekommen bist, woraus ich gedeutet habe, dass du den Fachkräftemangel nicht als ernstes Problem wahrgenommen hast.


      ballet de la nuit schrieb:

      Wenn man nicht gerade im Kuhkaff wohnt, bekommt man gerne mal eine Direktverbindung oder muß vielleicht ein-, zweimal umsteigen. Und mein Gott, mit dem Auto stehste meistens auch im Stau.
      Wohnst du direkt am Bahnhof? Und ist dein Ziel direkt am Bahnhof? Ansonsten kommen nämlich die Wege zum und vom Bahnhof noch hinzu, die man als Autofahrer nicht hat. Werden aber gerne von Leuten vergessen, die die Bahnfahrerbrille auf haben. Und wenn ich umsteigen muss, dann fährt i.d.R. der Zug schon nicht die aus schienentechnischer Sicht kürzeste bzw. schnellste Verbindung.
      Ich bin diesen Monat bisher ca. 4700km gefahren, aber stand nie im Stau, musste nur einmal wegen Stau einen Umweg nehmen. Das es so wenig ist, wundert mich selbst ein bisschen. 8o , aber halt nicht zu den schlimmen Zeiten bestimmte Strecken fahren und dann geht das. Außerdem machen sich tatsächlich die Bauarbeiten der letzten Jahre und Jahrzehnte nun langsam bemerkt, z.B. Doppelautobahn A8/A81 bei Stuttgart endlich keine Baustelle, dafür nun 8 Fahrstreifen (seit 2 Monaten), auch ewige Baustelle bei Nürnberg A6 ist größtenteils fertig und A4 von Dresden bis Grenze zu Hessen komplett 6-streifig.
    • Also meine Mitstudenten haben immer davon geschwärmt, das die Stadt so toll ist, weil man in 30 min Fußläufig alles erreicht.

      Ja, das stimmt. In 30 min bin ich aus meinem Kuhkaff auch in der Stadt, mit dem Auto halt. Einkaufen kann ich im 10 KM Radius und zu Fuß würde ich eh nicht gehen, weil ich das nicht nach Hause transportiert bekäme. Die Zeiten in denen ich ne Handvoll Tiefkühlpizzen und ein 6er Pack Cola brauchte sind vorbei. Genauso hänge ich am Wochenende nicht mehr in Kneipen,Kino oder Bars ab. Die vielgelobte Stadtinfrastruktur bringt mir nicht viel. Ich habe in der Stadt (OK nur mittlere Städte, Mainz & Karlsruhe) und auf dem Land gewohnt und ziehe das Land einfach vor auch und vor allem wegen der Familie. Hier auf dem Land kann ich mir ein Haus leisten in der Großstadt müsste ich schon fast Millionär sein. Ich habe keine Lust ständig drauf aufpassen zu müssen, das die Kleinen nicht die Nachbarn nerven oder den Nachbarn anzukacken weil seine Party so laut ist.

      Mann tauscht halt die verkürzte Entfernung für andere Nachteile:
      Teurer Wohnraum, überlaufene Kindergärten, Schulen in denen Deutsch nur noch Zweitsprache ist, Einkaufen geht nur soviel wie man in die Tram/Bus/zu Fuß transportieren kann. Wie bekommt der Stadtindianer eigentlich seine Möbel in die Bude?
    • Feidl schrieb:

      woraus ich gedeutet habe, dass du den Fachkräftemangel nicht als ernstes Problem wahrgenommen hast.
      Eigentlich hatte ich mit dem Satz

      ballet de la nuit schrieb:

      Heißt aber nicht, daß es keine Regionen und Berufszweige mit Fachkräftemangel gibt.
      solche Interpretationen zu vermeiden versucht. Hatte dort ja auch noch den oben zitierten Artikel des Manager-Magazins verlinkt, der den Fachkräftemangel für bestimmte Regionen und Branchen bestätigt. Worum es ging, ist, daß nicht jeder "Fachkräftemangel" ein echter ist, nicht, daß es keinen echten Mangel gibt.

      Feidl schrieb:

      Wohnst du direkt am Bahnhof? Und ist dein Ziel direkt am Bahnhof? Ansonsten kommen nämlich die Wege zum und vom Bahnhof noch hinzu, die man als Autofahrer nicht hat. Werden aber gerne von Leuten vergessen, die die Bahnfahrerbrille auf haben. Und wenn ich umsteigen muss, dann fährt i.d.R. der Zug schon nicht die aus schienentechnischer Sicht kürzeste bzw. schnellste Verbindung.
      In Deutschland wohnte ich zuhause in 10 min. Fußweg vom Bahnhof bzw. in 10 Min. Radweg vom Hauptbahnhof entfernt. In Osaka bin ich binnen einer halben Stunde mit den Öffis am Fernbahnhof und in ner Dreiviertelstunde im Stadtzentrum. In Tokyo wäre ich dann in fünf Stunden - immer noch schneller und entspannter als mit dem Auto.
      Meiner Ansicht nach gibt es keinen gesunden Patriotismus. Im Gegenteil - Patriotismus scheint mir immer ein Zeichen von Idiotie zu sein. Es gibt also nur kranken Patriotismus. "Gesunder Patriotismus" klingt für mich ein bißchen wie "gutartiger Tumor"; es ist vielleicht nicht direkt lebensgefährlich, aber es ist immer noch ein Tumor.
      - das Känguru
    • Das mit dem Fachkräftemangel hängt mir zu den Ohren raus. Da sag ich doch nur, Na und?
      Wenn eben keine Leute mehr da sind, sind eben keine da muss man weniger produzieren oder das Produkt verteuern oder eben automatisieren.D hatte schon mal weniger Einwohner und die Welt hat sich auch gedreht. Weniger Leute müssen eben nur effektiver werden.
    • Wenn Leute nich da hin gehen wo man sie will (aufs Land, aber in der Stadt arbeiten) - dann gibts wohl für die anderswo auch noch Arbeit.
      Wären sie arbeitslos könnte das Jobcenter/Agentur für Arbeit sie aufs Land "zwingen" mit Sanktionen.

      Aufm Land also die Lebensbedingungen attraktiver machen. Das muss die Politik vor Ort. Länder und Kommunen.
      Kostet natürlich. Langfristig wohl eher so dass wohl Leute sich in großen Gebieten und Städten zusammenschließen. Firmen machen es ja auch so.
      Da funktioniert ÖPNV auch besser wegen kürzerer Wege und lohnender da man mehr Leute abdeckt.

      Wirds aufm Land attraktiver dann fehlen die Leute aber anderswo. Im einfachsten Fall einen der nen andern Job lieber in der Stadt machte und jetzt seinen richtigen Beruf aufm Land macht. Der musste vielleicht shcon Abstriche machen, weil lieber in Stadt aber da sein richtiger Job nich freie Plätze verfügbar. Der ist leichter zu ködern vielleicht.

      Dann fehlen in dem andern Bereich. Will man einen ködern der in der Stadt schon in seinem Job arbeitet wirds wohl schwerer. Außer der mag von sich aus gern Land. (Für Kinder ist Stadt mit ÖPNV besser vielleicht und manche wollen auch Familien grad in Fachberufen wo man gut verdient.) Würde man den ködern dann würde der in der Stadt fehlen.


      Für mehr Leute in den Beruf muss es übergreifende Initiativen geben - wenn irgendwo was fehlt. Berufsverbände, große Unternehmen in dem Bereich. Und Staat. Und halt gute Bedingungen (nich nur Bezahlung) und guter Ruf bei dem Beruf.
    • Feidl schrieb:

      . oder längere Wartezeiten, Projekte werden um 1-2 Jahre verschoben, etc.
      Der ist gut, als ob wir nicht schon ewig auf diverse Projekte warten müssten. Da sind 2 Jahre mehr auch nicht der Rede wert.
      Warum haben wir Pflegenotstand?
      Weil wir unsere Alten ins Heim entsorgen. Keiner kann sie mehr zu Hause haben, weil ja alle arbeiten müssen, weil es zu wenig Kinder gibt, weil in den Stadtwohnungen kein Platz für ne überflüssige Alte ist usw.
      Das Problem sitz viel tiefer als der Mangel an ein paar helfenden Händen.
      Mal davon abgesehen, dass ich es mir wahrscheinlich nicht leisten werden könne, meine Mutter und Vater ins Heim zu geben, wer soll das bezahlen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1-mal editiert, zuletzt von Rahnaya ()

    • Rahnaya schrieb:

      Also meine Mitstudenten haben immer davon geschwärmt, das die Stadt so toll ist, weil man in 30 min Fußläufig alles erreicht.

      Ja, das stimmt. In 30 min bin ich aus meinem Kuhkaff auch in der Stadt, mit dem Auto halt. Einkaufen kann ich im 10 KM Radius und zu Fuß würde ich eh nicht gehen, weil ich das nicht nach Hause transportiert bekäme. Die Zeiten in denen ich ne Handvoll Tiefkühlpizzen und ein 6er Pack Cola brauchte sind vorbei. Genauso hänge ich am Wochenende nicht mehr in Kneipen,Kino oder Bars ab. Die vielgelobte Stadtinfrastruktur bringt mir nicht viel. Ich habe in der Stadt (OK nur mittlere Städte, Mainz & Karlsruhe) und auf dem Land gewohnt und ziehe das Land einfach vor auch und vor allem wegen der Familie. Hier auf dem Land kann ich mir ein Haus leisten in der Großstadt müsste ich schon fast Millionär sein. Ich habe keine Lust ständig drauf aufpassen zu müssen, das die Kleinen nicht die Nachbarn nerven oder den Nachbarn anzukacken weil seine Party so laut ist.

      Mann tauscht halt die verkürzte Entfernung für andere Nachteile:
      Teurer Wohnraum, überlaufene Kindergärten, Schulen in denen Deutsch nur noch Zweitsprache ist, Einkaufen geht nur soviel wie man in die Tram/Bus/zu Fuß transportieren kann. Wie bekommt der Stadtindianer eigentlich seine Möbel in die Bude?
      Nur, weil du dich zur Ruhe gesetzt hast, muss es nicht für andere gelten. Insbesondere junge Leute bevorzugen die Stadt. Allein wegen der Drecks Internetverbindung, die in Deutschland aufm Land noch so rückständig ist. Oder wenn man auch am Wochenende mal ausgehen will und nicht jedes mal Bock auf die selbe Dorfkneipe hat.
      Wäre ich'n alter Sack mit Familie und ohne viele Hobbys würde ich vermutlich auch das Land bevorzugen.

      Ich war letztens erst mitn paar Jungs im Sauerland, wo wir in irg. nem Dorf ne Ferienwohnung für'n Wochenende gemietet haben. Die Dorfbevölkerung bestand da gefühlt zu 90 % aus Ü50 Jährigen oder ganz kleinen Kindern. Junge Erwachsene Fehlanzeige. Ja, schöne Häuser, schönes Aussicht und man hat seine Ruhe, aber auf Dauer könnte ichs da nicht aushalten, kein Bock für jede Aktivität über 30 Minuten Auto fahren zu müssen. Für nen kleinen Urlaub aber völlig okay.

      Adler fliegen vielleicht hoch, aber Wiesel werden nicht in Düsentriebwerke eingesogen!
    • Ich habe bis jetzt nur in kleineren oder mittleren Städten gewohnt, habe aber bald vor eher in eine ländlichere Umgebung zu ziehen. Ob ich mich darauf freue soll weiß ich noch nicht, da beides aufjedenfall Vor und Nachteile hat.
      In der Stadt hat man in kürzerer Zeit alles was man so braucht, auch wenn man kein Auto hat, dafür lebt es sich auf dem Land eher gesünder.

      Trotzdem bevorzuge ich eher die Stadt, da dort das Internet besser ist und ich es mir in einem Dorf doch eher langweilig vorstelle, wenn auch schöner zu leben mit Familie.
    • Gehdehweh schrieb:

      Nur, weil du dich zur Ruhe gesetzt hast, muss es nicht für andere gelten. Insbesondere junge Leute bevorzugen die Stadt.
      Es ist das Privileg der Jugend rebellisch zu sein :grin:
      Als ich jung und ledig war fand ich Stadt auch Toll. Zur Ruhe habe ich mich auch nicht gesetzt, mit Ende 30 auch schwierig.


      Usopp Fan schrieb:

      rotzdem bevorzuge ich eher die Stadt, da dort das Internet besser ist und ich es mir in einem Dorf doch eher langweilig vorstelle, wenn auch schöner zu leben mit Familie.
      Also ist halt die Frage des Anspruchs, ich habe hier im Dorf ne 6000er Leitung die reicht so für ziemlich alles was so normal im Leben anfällt. Muss man überall free W-Lan haben nur um alle 10 Sekunden aufs Smart Phone zu schauen? Das Dorf ist anspruchsvoller, mann muss vor die Tür und mit den Leuten reden. Ist man Jung geht man in einen Verein und lernt da die Leute kennen, ist man noch jünger lernt man sich auf der Schule kennen. Ist man Familie lernt man sich über die Kinder der anderen kennen, es erfordert aber immer ein von sich aus aktiv werden. Anonym ist auf dem Dorf nicht, ja das bedeutet man MUSS aufs Dorffest mit den 2 Buden und dem Bierzelt.
      Also wenn du der bunte Welt Hippi mit eigener Plantage bist, wirst du da etwas alt aussehen und darfst dich nicht wundern, wenn bei 3 die Polizei vor der Tür steht, selbst wenn die Nachbarskatze vom Baum gefallen ist.
    • 6000er Leitung allein würde mich schon zum durchdrehen bringen. Unter 50k kommt mir nichts mehr ins Haus.

      Sportvereine aufm Dorf sind auch teils ziemlich Arsch. Hatten mal sonen Dorfverein bei uns in der Liga, da mussten wir über ne Stunde hinfahren. Und die müssen zu jedem fucking Auswärtsspiel über ne Stunde hinfahren. Sind schon über 2 Stunden (eigl. fast 3) für hin und Rückfahrt jedes 2. Wochenende. Da kannse schon fast den ganzen Tag/Abend knicken. Ne lass mal.

      Adler fliegen vielleicht hoch, aber Wiesel werden nicht in Düsentriebwerke eingesogen!
    Lädt...