Westworld - Diskussionsthread über die aktuellsten Folgen

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    • Zweifellos eine sehr starke Episode. Als William in seinem Wahn plötzlich die Soldaten und dann auch noch seine Tochter erschossen hat, hat mich das echt kalt erwischt. Dass man Teddy entsorgt hat war dann auch ein echtes Plus. Ich mochte ihn auch in seiner umprogrammierten Version nicht. Beide Entwicklungen waren zwar extrem, fügen sich aber in die Langzeitentwicklung der Figuren ein bzw. waren dahingehend konsequent. William der - wie diese Episode unterstrichen hat - sich schon länger in der künstlichen Welt von Westworld verloren hat und Teddy, der für sein wahres Ich aufgrund von Dolores keine Überlebenschance sieht und deshalb sowie aufgrund der Enttäuschung über sie Selbstmord begeht. Ich bin ja mal gespannt wie sich William und Dolores nun weiterentwickeln. Gerade bei Dolores hoffe ich, dass ihr Charakter nun vielleicht wieder interessanter wird. Folgenlos lässt man den Selbstmord von Teddy ja hoffentlich doch nicht an ihr vorübergehen. Normalerweise sollte sie sowas schon zur Selbstreflexion anregen.

      Womit ich aber immer noch meine Probleme habe ist der große Hintergrund hinter Westworld, also die Sache mit dem Kopieren der Gäste. Ohne gleichzeitig deren Erinnerung zu kopieren ist das in meinen Augen einfach nicht möglich und so wie ich es verstanden habe ist das aber kein Teil des Prozesses. So können sie zwar die Persönlichkeit und das Verhalten einer Person kopieren, aber es kann nie eine echte und wirklich überzeugende Kopie sein, wenn das ganze Wissen über deren Vergangenheit fehlt.
    • Du weißt ja nicht inwiefern die Hüte das Gehirn gescannt haben. Vielleicht braucht man die Erinnerungen aber auch gar nicht so detailliert , man weiß ja noch gar nicht wozu die Gäste genau gescannt werden.

      Adler fliegen vielleicht hoch, aber Wiesel werden nicht in Düsentriebwerke eingesogen!
    • Gut, sofern der Plan nur ist das Verhalten dieser Gäste vorhersagen zu können und das im Geschäftsbereich oder politisch auszunutzen reicht das natürlich. Dass die Hüte auch die Erinnerungen auslesen können fände ich dann aber schon weit hergeholt, selbst wenn dieses Argument in einer Serie über menschengleiche KI vielleicht seltsam wirkt ;-)
    • Phew, das war ein Finale wo so einiges passiert ist mit einem weiteren Twist am Ende. Ich will noch gar nicht so weit ausholen, da ich mir das alles noch mal durch den Kopf gehen lassen will.

      Die Post Credit Szene ist natürlich sehr interessant. Lt. Lisa Joy spielt sie in einer sehr fernen Zukunft. Das bedeutet also nicht, dass William/MiB die ganze Zeit ein Host war. Er wird nur in Zukunft einer und durchlebt seinen Loop wie einst Delos. Season 3 wird hauptsächlich in der realen Welt spielen, zu den Zeiten wo Dolores 1 und 2 + Bernard dahin "entkommen" sind. Aber wir werden auch noch von den anderen Parks etwas sehen. Bestimmt will Dolores sich eine neue Host Armee aufbauen. Maeve und ihre Crew wird eh von den 2 Vögeln wiederbelebt, die am Ende die Hosts eingesammelt haben ^^

      Falls es jemand nachlesen will, hier das Interview mit Lisa Joy, wo sie über Season 3 und das Ende von Season 2 redet.


      Außerdem macht Jeffrey Wright, der Bernard Schauspieler grad ein Ask me Anything bei Reddit hier

      Adler fliegen vielleicht hoch, aber Wiesel werden nicht in Düsentriebwerke eingesogen!
    • Hui...also da steckte doch jede Menge in dem Finale. Fast 90(!) Minuten und dann ging es Schlag auf Schlag. So ganz weiß ich noch nicht, wie ich das Ganze finden soll. Bin ziemlich geplättet...gefühlt waren es fünf verschiedenen Enden. Teilweise wirkte es auch wie eine weit entfernte Galaxie, dann auch wieder nicht. Ich bin auch nicht ganz glücklich mit einigen inszenatorischen Entscheidungen beim Finale. Teilweise zu cineastisch, Rinder-Slowmotion, Bombastsoundtrack, der letzte Song, dieses Verkünstelte (auch in den Dialogen, vor allem der Dialog zwischen Dolores und Bernard am Ende)...man wollte hier unbedingt in allen Belangen einen drauflegen...war fast schon zu viel auf einmal. Aber auch hier fand ich die Radikalität wieder gut, dieses Entschlossene, die Serie zu etwas "Größerem" zu machen, egal welche Charaktere da mitspielen.
      Aber sicher brauche ich ein paar Interpretationen dazu...vllt gucke ich Teile davon auch nochmal.
    • Ich kann leider nicht sagen, dass mich die Finalfolge so wirklich überzeugt hätte. Sie war lang, es ist viel passiert, sie endet mit einer Wendung, aber sie hat mich einfach nicht mitgerissen. In einer Besprechung im Atlantic steht etwas, dem ich nur zustimmen kann: "Westworld has always teetered on the dangerous edge of mystery-box storytelling, where the delights of keeping secrets from the audience (all to make ultimate plot revelations all the juicier) outweigh the confusion that can result. In this episode, things tipped in the other direction." Die Folge war verwirrend ohne aber im Gegenzug grandiose Enthüllungen zu bringen, die plötzlich bisher Gezeigtes in einen neuen, logischen Rahmen bringen. Auch wenn ich die zweite Staffel insgesamt weniger kritisch sehe als offensichtlich viele andere, ist das für mich schon auch ein Charakteristikum dieser ganzen Staffel. Ich weiß nicht ob es überhaupt eine kluge Entscheidung war mit der Zeitebenen-Mystery weiterzumachen. In der ersten Staffel war das noch ein Geheimnis und brachte eben den entsprechenden Wow-Effekt. Hier aber wusste jeder von Beginn an, dass es wieder so abläuft und es ging nur noch darum darüber zu spekulieren wie viele Zeitebenen es gibt und in welcher die jeweiligen Szenen bzw. Handlungsstränge spielen. Das schafft Verwirrung ohne aber rückblickend betrachtet einen echten Mehrwert gebracht zu haben. Sie täten gut daran das in der nächsten Staffel aufzugeben. Auch wenn dieses Element in der ersten Staffel fix zur Marke Westworld gehörte und sie ausmachte, ist es keines, das auf Dauer funktioniert bzw. Sinn hat.

      Allgemein kann ich auch nicht sagen, dass ich über die finale Entwicklung wirklich glücklich bin. Mit diesem Ende hat man aus Westworld für die dritte Staffel eine andere Serie gemacht. Zwar halte ich es schon für möglich, dass man damit noch positiv überrascht, aber ich werde dem verlorenen Setting wohl schon etwas nachtrauern, selbst wenn man in einen der Parks auf irgendeine Weise zurückkehrt (bzw. wird Maeve wohl eh weiterhin in Westworld sein). Auch über der nun etablierten Konkurrenz zwischen Dolores und Bernard schwebt für mich noch ein großes Fragezeichen. Da muss sich Bernards Figur glaube ich noch ordentlich entwickeln damit das für mich funktioniert. Die schlechteste Szene der Folge war aber eindeutig der "Heldentod" Sizemores. Der war für mich nur der passend schwache Abschluss einer verpatzten Charakterentwicklung. Sollte heroisch und voll Pathos sein, war für mich aber in erster Linie kitschig und unnötig. Die paar Sekunden, die er ihnen unter normalen Umständen damit verschaffen hätte können, hätten auch überhaupt nichts gebracht. Er war wohl ein Opfer des allgemein angestrebten Aufräumens mit dem Cast. Da fand ich aber den vergleichsweise unprätentiösen Tod von Hector am Schluss passender.
    • Pilop schrieb:

      Die schlechteste Szene der Folge war aber eindeutig der "Heldentod" Sizemores.
      Dem kann Ich nur zustimmen. Fühlte sich nicht richtig an. Vor allem weil Sizemore´s Tod den Verfolgungstrupp überhaupt nicht länger aufgehalten hat.
      Die Sicherheitskräfte haben doch mit ihm geredet "Sir, lassen sie ihre Waffe fallen. Sir wir wollen nicht auf Sie schiessen, Sie sind nicht das Ziel" blabla.
      Ein Typ wie Sizemore, ein egoistischer Hedonist soll auf einmal den Märtyrertod sterben ? Nein Ich fand das nicht glaubhaft.
      Ich hätte verstanden wenn er versucht den Helden zu spielen und sich dann doch ergibt. Das wäre konsequent gewesen für ihn.
      Mit einer vielleicht 30 Sekunden längeren Verhandlungsszene mit den Soldaten hätte er mehr Zeit geschunden und es wäre glaubhafter gewesen.
      Ein megakrasser Schauspieler hätte diesen Quatsch vielleicht verkaufen können. Wer weiss.


      Ich kann nur sagen das mir Maeves ganze Arc nicht gefallen hat, ihre Tochter ging mir am Hintern vorbei.
      Ihre Reise durch den Park und zu den japanischen Inkarnationen fand ich auch etwas meh, verstehe aber den Zweck den es erfüllen sollte.
      Okay sie war ein Gegenentwurf zu Dolores und hat die Hosts in eine andere Welt angeführt.
      Die ganzen Bernard Zeitebenen haben mich irgendwann nur noch genervt und Ich habe gar nicht mehr versucht das zu entschlüsseln, weil es vom Guckerlebnis ablenkt.
      Ich hab mich einfach damit abgefunden das Bernard irgendwann zitternd aufwacht, verwirrt durch die Gegend schaut, seine Brille zurecht rückt und fragt "Is this now ?"
      Keine Sorge Bernard Ich bin auch verwirrt. Leave it up to the Reddit Nerds alles zu entschlüsseln. Ich hab kein Interesse.

      Nochetwas. Warum ist Maeve eigentlich so fragil und Dolores so ein Tank ? Wer weiss. Ich fand Dolores Showdown mit dem MiB interessant und auch etwas cool, aber es stellt dann schon
      einiges in Frage. Naja.


      Charlotte Hale als neue Dolores ist auch spannend und radikal als Entscheidung. Aber Westworld zeigte bereits mit dem (vermeintlichen) Tode Fords, dass kein Schauspieler safe ist.
      Ich dachte eigentlich das Hopkins eine Eddard Stark ähnliche Rolle übernehmen würde, als jemand der die Show nur einleitet und sich dann addrett aus dem Staub macht bevor die TV Sendung zu einer
      Shitshow verkommt, wie es bei sovielen Shows der Fall ist.

      Lebbo schrieb:

      Rinder-Slowmotion,
      Lol das klingt lustig. Ja die Szene fand Ich auch etwas eigenartig. Vor allem weil die Soldaten einfach stehenblieben und feuerten. Sie hätten rennen müssen.
      Fand Ich etwas komisch. Die Soldaten wirkten daher unechter als die Roboter Rinder.
    • BMX schrieb:

      Nochetwas. Warum ist Maeve eigentlich so fragil und Dolores so ein Tank ? Wer weiss.
      Dolores hat bei sich den Todes-Realismus ausgestellt, Maeve nicht. Wieso auch immer. Dafür konnte sie aber andere Hosts kontrollieren ^^


      Pilop schrieb:

      Die Folge war verwirrend ohne aber im Gegenzug grandiose Enthüllungen zu bringen, die plötzlich bisher Gezeigtes in einen neuen, logischen Rahmen bringen. Auch wenn ich die zweite Staffel insgesamt weniger kritisch sehe als offensichtlich viele andere, ist das für mich schon auch ein Charakteristikum dieser ganzen Staffel. Ich weiß nicht ob es überhaupt eine kluge Entscheidung war mit der Zeitebenen-Mystery weiterzumachen. In der ersten Staffel war das noch ein Geheimnis und brachte eben den entsprechenden Wow-Effekt.

      Bei der zweiten war das Mysterium ja eher "wer ist ein Host und wer ist keiner" und "welche Erinnerungen sind real und welche nicht". Die Zeitebenen waren kein Geheimnis bzw. Mystery mehr, wurden daher auch recht offensichtlich dargestellt. Bis auf die After Credit Szene der letzten Folge, aber das war ja eh ne Ausnahme. Ansonsten wusste man ja quasi von Anfang an, wie viel Zeit da ungefähr zwischen den Szenen liegt.
      Mit den Zeitebenen wird's auch vermutlich so bleiben, ist eben ein Stilmittel der Serie. Verwirrend fand ich die jetzt nicht mehr wirklich.

      Adler fliegen vielleicht hoch, aber Wiesel werden nicht in Düsentriebwerke eingesogen!
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