2010-2019

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    • Das Jahrzehnt neigt sich seinem Ende zu, und in gut einem dreiviertel Jahr beginnen die Goldenen Zwanziger wieder. Zeit für einen kleinen Rückblick:
      Was wird danach von dieser Epoche noch übrig bleiben?

      Während man die 80er mit Mecha verbindet, konnte Gainax das nächste stark durch NGE beeinflussen. Von den 00ern gibt es dagegen wenig zu hören, genannte Erinnerungen dazu drehen sich meist ums Animejahr 2006 im Allgemeinen und DN, wobei selbst der schlecht gealtert ist. Tatsächlich ließe sich aber doch noch viel mehr aufzählen, auch was einen indirekt mit vergangenen Jahrzehnten verbindet. VIVA, MTV und die Ära der Foren bestimmten genauso das neue Jahrtausend, wie RTL2 oder (zumeist schmutzige) OVA die 90er. Welche Themen prägten die letzten 10 Jahre also wohl? Isekai dürften sich jedenfalls ziemlich sicher auf ewig ins Gedächtnis eingebrannt haben, MSMM oder eventuell sogar das gesamte dekonstruierte Genre, ansonsten standen auch Idol- und Kirara-Serien stark im Mittelpunkt. Und als bestes Jahr wird schließlich gerne 2017 gewertet, allerdings durch viele gute Anime als einen einzelnen, markanten Höhepunkt.

      Nun, ich bin gespannt was euch sonst zu dem Jahrzehnt einfallen mag.
    • Mir fallen zwar in den 10er-Jahren viele gute Titel ein, die herausstechen, aber insgesamt steht die Masse des Jahrzehnts für mich dafür, Dinge bis zum getno auszulutschen. Ob das Isekai sind, harem oder moeblob. Bis auf wenige oft qualitativ gute Ausnahmen findest du doch quasi nix mehr, was nicht in eine der drei Kategorien fällt.

      Wie kommst du eigentlich auf 2017, Neal? Natürlich idt das Geschmackssache, aber irgendwie verbinde ich die wirklich guten Sachen alle nicht mit dem Jahr ^^'
    • Ich finde ja, dass "die Szene" oft übertreibt, wenn sie sagt, dass bestimmte Genres über längere Zeiträume auffällig dominant gewesen sind. Meistens heißt es nur, dass es von bestimmten Konzepten eine Zeit lang mal ein paar mehr Kopien gab und natürlich wird das kopiert, was erfolgreich ist.

      Aber davon mal abgesehen hat es meiner Meinung nach hat seit den 90ern drei große Veränderungen gegeben:

      - Damals haben sich die Animes zum einen an Kinder (Fernsehen) und zum anderen an junge Erwachsene (OVAs) gerichtet. Im neuen Jahrtausend gab es dann einen sich langsam vollziehenden Wandel. Kinder-Animes gibt es heutzutage immer noch, aber die anderen richten sich an Jugendliche.

      - Ungefähr Mitte der 2000er hat die Popularität von "Niedlichkeit als Selbstzweck" zugenommen und an der hat sich bis heute wenig geändert.

      - Besonders in diesem Jahrzehnt sind die Animes in die Breite gegangen. Es gibt beispielsweise deutlich mehr Animes, die sich speziell an Frauen richten.
    • Streaming ist wichtig geworden. Crowdfunding hat auch ein paar Projekte hervorgebracht.

      Einem bestimmten Genre-Trend wie in den 80ern sehe ich aber nicht. Dank dem Internet kann man den Mainstream komplett vermeiden und sich nur kleineren Indiekram anhören/ansehen. So eine einheitliche Erinnerung an ein bestimmtes Jahrzehnt gibt es eigentlich nicht mehr.
    • OVAs die für sich allein stehen und weniger zimperlich mit Gewalt umgehen sind quasi komplett ausgestorben. Die letzte an die ich mich erinnere ist Mnemosyne von 2008. Ero-Anime sind vom Produktionsniveau her auch vollkommen abgestürzt. Der Home-Video Markt scheint in der Hinsicht völlig weggebrochen zu sein und Streaming ist so beschissen (You Should Pirate Anime) aufgestellt, dass es dieses Segment nicht weiterführen kann.

      Anime sind tendentiell weniger experimentierfreudig, habe ich so das Gefühl. Das meiste beruht auf irgendeiner populären Light Novel, nem etablierten Manga oder sonstigen Sachen, die schon eine Fanbase haben. Und unter den paar hundert Original-Anime aus diesem Jahrzent, muss man auch noch regelrecht wühlen um was Gescheites zu finden.


      ..und Rückblickend auf die 2000er, hat dann wohl doch Zero no Tsukaima mit am stärksten Einfluss gehabt und Isekai als Genre populär gemacht. Hatte ich nicht erwartet.
    • Viel negatives gibt es hier zu lesen, was einen nicht mehr groß überraschen kann. Vielleicht sollte man auch aufzählen das Otaku Jammerlappen geworden sind.
      Anime basierten schon immer stark auf Manga/LN und ich wette einiges darauf, dass sich die Situation inzwischen sogar gebessert hat. Bis in die 90er wurden Werke doch bloß meist als kurzer Film oder OVA adaptiert, während mehrere Staffeln für einen halbwegs erfolgreichen Anime inzwischen völlig normal geworden sind. Auch gute Original Anime kann man weiterhin wie Sand am Meer finden, früher stachen solche stärker heraus weil es kaum Konkurrenz zu befürchten gab.

      Horst_Humpendiek schrieb:

      Besonders in diesem Jahrzehnt sind die Animes in die Breite gegangen.
      Das widerspricht sich mit dem "Kinder-Animes gibt es heutzutage immer noch, aber die anderen richten sich an Jugendliche". Zwar sind Anime tatsächlich kindischer geworden (weniger Gewalt und Sex) aber solche für Erwachsene über Erwachsene werden weiterhin produziert. Der Fokus während den letzten Jahren lag stark auf dem Arbeitsleben und etwas Romanze bzw. mit Familie.
    • Ich finde es wurden in diesem Jahrzehnt weniger Tsundere als davor. Es wurde viel recycled, beispielsweise die neuen Anime zu Initial D und Tsubasa; Dragonball wurde mit Super exhumiert, ähnlich erging es FLCL, JoJo wurde erstmals als Animeserie veröffentlicht.

      Was mir noch einfiel: Ghiblis Hiatus war spürbar.
    • Neal schrieb:

      Das widerspricht sich mit dem "Kinder-Animes gibt es heutzutage immer noch, aber die anderen richten sich an Jugendliche".
      Man könnte sicher lange darüber streiten, ob sich die OVAs der 90er überhaupt an (junge) Erwachsene richten und was Erwachsenunterhaltung eigentlich ist, entscheidend ist aber etwas anderes. Die OVAs von damals waren viel mehr Nischenunterhaltung als es die Animes heutzutage sind und sie haben sich an Männer gerichtet, also sind schon mal die weiblichen Jugendlichen dazugekommen.

      Die Animes mit älteren Figuren richten sich heutzutage vermutlich an ältere Teenager und junge Erwachsene, die ihre Teenager-Zeit noch nicht lange hinter sich haben. Der Unterschied zu den Geschichten für (jüngere) Teenager ist nicht so groß bzw. gibt es keine klare Trennlinie. Richtige Erwachsenunterhaltung - was das auch immer sein mag - ist nichts davon.
    • Neal schrieb:

      Anime basierten schon immer stark auf Manga/LN und ich wette einiges darauf, dass sich die Situation inzwischen sogar gebessert hat.
      Wenn man sich an die Vergangenheit erinnert und die einflussreichen Anime anschaut, sind so einige Originalanime dabei. Gundam (1979), Cream Lemon (1984) [war in den 1980ern Synonym für Ero-Anime], Evangelion (1995). Aber so ab 2012 tut man sich dann doch schwer, noch welche zu finden. Stattdessen weisen Adaptionen die Richtung. SAO (2012), Shingeki no Kyojin (2013), NGNL (2014), Overlord (2015), Re:Zero (2016), ... sind so aus meiner Sicht Jahreshighlights, von denen man ständig irgendwo im Internet zu hören bekam.

      Klar ist die Gesamtanzahl der Anime pro Jahr seit Anfang 2000 immer weiter gestiegen, aber an so richtig gute Originalanime, kann ich mich gar nicht so wirklich erinneren. Gut, ich fand sowohl Madoka als auch Kill La Kill total beschissen und worthy of Worst Anime Ever, jeweils, aber selbst die sind schon einige Jahre her.
    • TaZ schrieb:

      Klar ist die Gesamtanzahl der Anime pro Jahr seit Anfang 2000 immer weiter gestiegen, aber an so richtig gute Originalanime, kann ich mich gar nicht so wirklich erinneren.
      Deiner oben verlinkten Liste nach wurden immerhin 28 solcher Anime mit min. vier Sternen (ab 2010) bewertet, demnach sind also jedes Jahr drei gute Anime erschienen. Zählt man noch diejenigen mit min. dreieinhalb dazu, steigt die Zahl auf stolze 106 an, über den Zeitraum von einem Jahrzehnt. Hier verdeutlicht sich eher das Phänomen, dass einzelne Anime heutzutage nicht mehr glänzen können, weil es innerhalb eines Jahres mehr davon zu sehen gibt als während den gesamten 90ern.

      Konakona schrieb:

      Es wurde viel recycled.
      Da hast du sogar einmal einen guten Punkt genannt. Solche Neuauflagen wurden zwar schon früher vereinzelt produziert, massiv zu sehen bekam man sie aber tatsächlich erst während den letzten Jahren. Und inzwischen stecken in fast Saison neu verwurstete Anime. Ansonsten haben auch die life actions spürbar zugenommen, bzw. sind populärer geworden.
    • TaZ schrieb:

      Anime sind tendentiell weniger experimentierfreudig, habe ich so das Gefühl. Das meiste beruht auf irgendeiner populären Light Novel, nem etablierten Manga oder sonstigen Sachen, die schon eine Fanbase haben. Und unter den paar hundert Original-Anime aus diesem Jahrzent, muss man auch noch regelrecht wühlen um was Gescheites zu finden.
      Das sind noch knapp 50% mehr von 2010-2019, wenn du nicht Filme vergessen hättest. Ich verstehe ja, wieso du die Webbilligproduktionen weglassen willst, aber Filme? 2016 war z. B. Kimi no Na wa der beliebteste Anime, ein Film und Originalwerk. Weitere beliebte Originalanimeserien der letzten 10 Jahren waren Ano Hana, Sora yori mo Tooi Basho, Psycho Pass, Angel Beats, Zankyou no Terror, Death Parade und seltsamerweise K, wenn auch nicht so gut bewertet.

      Filmstatistiken!
      2000-2009: 106 Originalfilme laut aS (von 485 insgesamt) - Rate: 21,86%
      2010-2019: 182 Originalfilme laut aS (von 647 insgesamt) - Rate: 28,13%

      Filme mit 50+ Minuten:
      2000-2009: 55 Originalfilme laut aS (von 263 insgesamt) - Rate: 20,91%
      2010-2019: 96 Originalfilme laut aS (von 385 insgesamt) - Rate: 24,94%

      Die Filmanzahl ist insgesamt um ein Drittel angestiegen (knapp 50% für 50+ Minuten) und der Originalanteil ist ebenfalls angestiegen. Die Anzahl an TV-Serie ist um über 50% angestiegen, aber wenn man nur diejenigen mit mindestens 20 Minuten Laufzeit pro Folge zählt sind es "nur" etwa 25%. Ja, es ist kein Geheimnis, dass wir in diesem Jahr 10 klar mehr Serien bekommen haben.

      Anime-Serien mit +20 Minuten:
      2000-2009: 206 Originalserien laut aS (von 1016 insgesamt) - Rate: 20,28%
      2010-1019: 232 Originalserien laut aS (von 1263 insgesamt) - Rate: 18,37%

      Originalserien sind also etwas weniger geworden.



      Was mir bei Filmen auf jeden Fall aufgefallen ist, dass deutlich mehr hochwerte Produktionen veröffentlicht wurden. Selbst ohne Ghibli kommen Kassenschlager wie Kimi no Na wa. Auch Studios wie KyoAni bringen Leben in die Animefilmlandschaft durch erfolgreiche Filme wie Koe no Katachi.



      Und Anime ist verdammt mainstream in diesem Jahrzehnt geworden. Vor 10 Jahren hätte ich noch erklären müssen, was Anime sind. Heute weiß irgendwie jeder Bescheid außer den ganz alten. In meiner Altersklasse oder darunter schauen sehr viele hin und wieder welche. Die Animemes sind auch überall. Netflix und Amazon sind dabei. Musste aber auch kommen, nachdem die Aufrufe zu bestimmten Animeserien auf illegalen Streamingseiten in die Millionen gingen. Ich fühle mich alt, wenn ich an die einstige Fansubszene zurückdenke. :D
    • Weitere beliebte Originalanimeserien der letzten 10 Jahren waren Ano Hana, Sora yori mo Tooi Basho, Psycho Pass, Angel Beats, Zankyou no Terror, Death Parade und seltsamerweise K
      Die sind doch von Angel Beats abgesehen, alle in der Versenkung verschwunden und Angel Beats hats da auch nur rausgeschafft, weil die Macher eine etablierte Fanbase haben. Wir waren ja beim Thema Anime, die die Industrie geprägt haben und da fällt mir halt auf, dass Originalanime früher das Zeug dazu hatten, heute aber eher nicht mehr. Es stimmt, dass es bei der Menge nicht mehr so einfach ist hervorzustechen, aber es gibt noch Anime die das tun und Originalanime sind es seit einer ganzen Weile (ca. 2012) nicht mehr, habe ich so das Gefühl.

      Ich hatte Filme weggefiltert, weil da die Annahme ist, dass es Originalwerke sind. Selbst die Filme, die auf irgendwas basieren, wie Akira oder Ghost in the Shell, sind mehr oder weniger Originalwerke, die mit ihren Vorlagen nur wenige Gemeinsamkeiten haben und bei Sachen wie Nausicaa, der eigentlich auf einem Manga beruht, könnte man auch die Frage stellen ob man es als Adapation zählen will, wenn der Autor selbst den Film dazu gemacht hat.


      Dass Anime mehr Mainstream geworden sind, ist sehr schade. Dabei geht immer ein wenig der Kern der Sache verloren. Im Fall von Anime sind das leichtbekleidete Schulmädchen und Riesenroboter. Bei den Riesenrobotern haben wir schon starke Einbuße erleiden müssen.
    • TaZ schrieb:

      Die sind doch von Angel Beats abgesehen, alle in der Versenkung verschwunden und Angel Beats hats da auch nur rausgeschafft, weil die Macher eine etablierte Fanbase haben. Wir waren ja beim Thema Anime, die die Industrie geprägt haben und da fällt mir halt auf, dass Originalanime früher das Zeug dazu hatten, heute aber eher nicht mehr
      Naja, die Anime, die du aufgezählt hast, werden alle durch Forsetzungen am Leben erhalten. SAO (2012) bekommt heute noch Anime genau wie Shingeki no Kyojin, Overlord, Re:Zero. NGNL hatte vor zwei Jahren einen Film, der letztes Jahr auch in unseren Ländern in den Kinos war und außerdem sind sowohl Manga als auch LN noch laufend. Es wird auch möglicherweise eine weitere Staffel bekommen. Diese Werke bekommen auch nicht nur wegen ihres Animeerfolgs Folgestaffeln, sondern auch weil deren Originalwerke am Laufen gehalten werden. Das passiert auch bei weniger populären Werken und deswegen bleiben sie besser in Erinnerung und die Leute reden länger darüber. NGE ist halt auch einfach eine absolute Ausnahme und zu Gundam wurde ein Frachise aufgebaut, wie z. B. das etwas jüngere Pretty Cure (Originalanime aus dem letzten Jahrzehnt). Über Psycho-Pass wird wieder geredet, aber die zweite Staffel ist wohl nicht gut angekommen, weswegen sich PP wohl selbst gekillt hat.

      Das Problem, das ich hier sehe, ist halt eher, dass für viele Originalanime halt einfach nur eine einzige Serie kommt, vielleicht noch ein Film, und dann ist Schluss. Leute vergessen eben Anime, die nur ein Jahr lang relevant sind, wenn sie nicht Evangelion heißen. Es gibt natürlich noch ein paar weitere Ausnahmen, und zwar die allseits empfohlenen Einsteigeranime aus der Zeit, in der Anime noch eine komplette Nische war: Elfen Lied, Death Note, Code Geass z. B. Aber danach wurden nur noch aktuell gehaltene TItel empfohlen und sogar ein in sich abgeschlossenes Werk wie Steins;Gate bekam Spin-Offs.
    • Hab gehört Code Geass bekommt ein echtes Sequel. Eva 4.4 soll auch noch in diesem Leben erscheinen. Death Note hat glaube mitterlweile mehr Live-Action als Animefolgen xD und Elfen Lied war nur in Deutschland populär.

      Die Anime die ich aufgezählt habe, habe ich aufgezählt, weil sie in dem Jahr, in dem sie rauskamen, der große Knüller waren, über den jeder geredet hat. Und die Liste kann ich auch rückwärts gehen. Steins;Gate (2011), OreImo (2010), K-On (2009), Clannad After Story (2008), School Days (2007), Suzumiya Haruhi no Yuuutsu (2006), Shakugan no Shana (2005), School Rumble (2004), Full Metal Panic (2002), ...

      Dunno ob man bei Originalwerken eine ähnliche Liste an bekannten Titeln zusammenbekommen könnte. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass sich Originalanime erstmal eine Fanbase aufbauen müssen. Evangelion war auch nicht über Nacht berühmt. Aber selbst dafür scheinen mir Originalanime doch sehr stark an Popularität eingebüßt zu haben.
    • Die EVA-Filme hab ich nicht dazugezählt wegen der riesigen Lücke zwischen Serie/EoE und der neuen Filmreihe. Es war auch vor den Filmen immer in aller Munde. Aber ja, bei der originalen Ausstrahlung hatte NGE noch nicht einmal im Ansatz seine Berühmtheit erreicht.

      Die LiveAction-Filme zu DN habe ich ganz vergessen. Elfen Lied ist auf MAL der 20-meist-gesehene Anime; sicher ist Deutschland keine Ausnahme.

      Es haben auch über manche Originalanimeserien Leute geredet. K oder Psycho-Pass halt verstärkt bei den Mädels (nach meinem Empfinden) und ich glaube nicht, dass Overlord, Re:Zero und vor allem NGNL überhaupt mehr gehyped wurde. Ich nehme jetzt mal Zahlen von MAL (Originalanime rosa).

      OreImo (2010): 455 623
      Angel Beats (2010): 1 126 303
      Steins;Gate (2011): 1 166 848
      Madoka (2011): 708 092
      Ano Hana (2011): 751 166

      Sword Art Online (2012): 1 473 504
      Psycho-Pass (2012): 851 300
      K (2012):
      443 277
      Shingeki no Kyojin (2013): 1 534 839
      Kill la Kill (2013): 871 448
      NGNL (2014): 1 126 225
      Zankyou no Terror (2014): 578 698
      Overlord (2015): 615 725
      Death Parade (2015): 755 581
      Re:Zero (2016): 860 998
      Kabaneri (2016): 429 600
      Made in Abyss (2017): 462 773
      Little Witch Academia (2017): 291 468
      Violet Evergarden (2018): 459 900
      Darling in the FranXX (2018): 458 746

      Ich hab hier die populärsten Originalserien herausgesucht und sie mit deinen genannten Anime verglichen. Oreimo wird von Angel Beats weggeblasen und der Rest sieht gar nicht so schlecht für die Originalanime aus. Psycho-Pass ist der drittbeliebteste Anime 2012 (nach Another) und KLK muss ich nur den Titanen geschlagen geben. 2015 verliert Overlord gegen Death Parade und 2018 sind Evergarden und FranXX quasi gleichauf. Death Parade verliert allerdings gegen One Punch Man und Tokyo Ghoul im gleichen Jahr. Nichtsdestotrotz schlagen einige Originalanime ein paar Wellen.

      Top-Liste der Originalanimeserien nach MAL:
      1. Angel Beats (2010): 1 126 303
      2. Code Geass (2006): 1 103 211 (mehr als Haruhi btw, aber weniger als Death Note)
      3. Gurren Lagann (2007): 885 891
      4. Kill la Kill (2013): 871 448
      5. Psycho-Pass (2012): 851 300
      6. Cowboy Bebop (1998): 815 472
      7. Death Parade (2015): 755 581
      8. Ano Hana (2011): 751 166
      9. Neon Genesis Evangelion (1995): 731 072
      10. Guilty Crown (2011): 708 959
      Das sind auch auffällig viele aus den letzten 10 Jahren. Natürlich gab es mehr Anime und es ist die Zeit, in der Anime Mainstream geworden ist, also lässt sich natürlich darüber diskutieren, wie viel das zu sagen hat. Neun der Serien sind in den Top 50 bei MAL. In den Top 50 sind noch zwei Originalfilme (Kimi no Na wa, Chihiro).
      Es lässt sich ebenfalls darüber streiten, wie repräsentativ MAL überhaupt ist. Ältere Anime sind benachteiligt, genauso Super-Mainstream-Anime wie Dragon Ball Z, dessen 606k auf MAL lächerlich gering sind.

      Also meine Frage an dich: Gab es wirklich früher öfter superbeliebte Originalanimeserien? MAL inkludiert natürlich nicht Japan.
    • Trigger wäre ein trauriges Beispiel dafür, wie es nicht enden sollte.
      Man hätte die Chance gehabt, ein eigenes Universum aufziehen oder zumindest einen eigenen Standard zu kreieren (-> Ghibli), aber bis heute produzieren sie bloß Anime, welche nach der Ausstrahlung schnell wieder vergessen sind. Besonders bemerkenswert fand ich auch die Absicht westliche Zuschauer zu ködern, von Ghibli und Gainax abgesehen kenne ich kein weiteres Studio, welches derart offensiv auf den internationalen Markt drängte. Aber wie gesagt, so richtig fruchten konnte das Konzept bislang nicht.

      Als eine andere bekannte Nummer auf dem Gebiet der Originalen Anime sticht Tatsuki mit seinem Label irodori heraus. Dessen Anime sind in Japan extrem populär, beschränken sich allerdings auf Shorts und OVAs. Da er selbst sehr zurückhaltend auftritt, bleibt auch fraglich ob Kemurikusa als Eintagsfliege endet, oder ob es im neuen Jahrzehnt weitere solcher Hits zu sehen gibt.
    • Original ist wahrscheinlich auch Risiko. Auch wenn man da vielleicht eher abseits der "typischen Otakus" Leute ansprechen kann. Aber dann muss es auch taugen. Kann nich jeder. (Wie man aktuell sieht - bin da zur Zeit etwas vorsichtiger. Komme öfter auch schwacher Original-Kram raus.)

      Mit der stärkeren Verbreitung von Anime durch das Internet bekam man ja nich nur Gelegenheitsgucker - die sonst eher den Fokus auf anderen Sachen haben - dazu, sondern eben auch recht viele Leute die den typischen Otaku-Kram mögen. Und da ne Isekai-Novel zu adaptiern ist halt garantiertes Geld - das man nur einsammeln muss.
    • Kill La Kill ist effektiv doch schon vergessen. Es kommt grad ein Spiel dazu raus, aber niemand kehrt so wirklich. LWA genauso, der hat ja wegen Stream-Exlcusive nichtmal sein volles Potential entfalten können und von Gridman hab ich noch nie gehört.

      Hab das Gefühl Trigger ist auf dem gleichen Pfad, auf dem auch Gonzo war. Hat sich Gonzo von der Insolvenz 2008 eigentlich je erholt? Hab schon seit Jahren nichts mehr von denen gehört.

      Neal schrieb:

      von Ghibli und Gainax abgesehen kenne ich kein weiteres Studio, welches derart offensiv auf den internationalen Markt drängte.
      > Gonzo

      Ist jetzt auch kein Zufall (unten links):

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