[2019] Fragtime [PAS]

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    • Und ich habe es mir auch direkt angeguckt.
      Ich fand die 60 Minuten gelungen und es hatte auch eine gute Länge. In der Kürze der Zeit waren mir auch die Charaktere schnell sympathisch, allen voran Moritani, und man hat doch auch einen Einblick in die Gefühlswelt der beiden bekommen. Gut, das ist nun alles keine große Innovation, love and wants to be loved, und hat man schon oft genug gesehen - fands trotzdem sympathisch. Es gab die ein oder andere kritische Situation, mit der die Story kippen hätte können...war für mich auch bis zum Schluss offen, ob das nun superdramatisch wird (Suizid und Co) oder doch superfluffy werdem könnte. (Für mich hätte es das "daisuki" gar nicht gebraucht)
      Als sie dann auch in Muraka im Zimmer saßen, war das so ein wenig der Knackpunkt. Ja, die Sache mit dem Lehrer hätte nicht unbedingt sein müssen.
      Was etwas anders war diese Zeit stoppen für drei Minuten...und da hat die Story für mich etwas verschenkt. Dachte lange, dass man das Ganze vllt doch eher metaphorisch sehen sollte...als "Erwachsen werden" von Moritani oder als Unsicherheit, Wunsch, als "Geheimnis" oder quasi als "mit dir steht die Zeit still" usw. und dieses Versteckspiel/Unsicherheit verschwindet immer mehr...aber wurde nicht so ganz abgelegt. Mehr als "Fähigkeit", die dann immer schwächer wird...naja, das hätte ich mir runder oder noch spannender gewünscht.
      Insgesamt aber doch 7/10, weil es am Ende doch rund war.
    • Das ist ein wirklich schöner einfühliger Film geworden. Die Adaption ist großartig und übertrifft meiner Meinung nach den Manga. Pacing, Regie waren hervorragend und haben in mir das Gefühl vermittelt, das ich beim Lesen des Manga ebenfalls hatte. Ich bin froh, dass man aus den liedernen Szenen nicht mehr gemacht hat, was ja schon mal vorkommen kann. Mir gefallen die beiden Hauptfiguren wirklich sehr: Das Mädchen, das niemanden an sich heranlässt, um nicht verletzt zu werden und das Mädchen, das sich vor jeder Person so verhält wie sie denkt, dass es die jeweilige Person erwarten und wünschen würde (eine rechtmacherische Person). Beide tun es, um nicht aufzufallen und verletzt zu werden, haben aber gegensätzliche Methoden. Es sind Gemeinsamkeiten und Gegensätze, die sich anziehen und so gefallen mir Romanzen. Das kleine Fantasie-Element mit dem Zeitstopp hat für die nötigen Stupser in der Beziehung gesorgt und hat letztendlich gut den Verlauf der Beziehung der beiden sowie deren Entwicklung repräsentiert. 8-9/10

      Lebbo schrieb:

      Was etwas anders war diese Zeit stoppen für drei Minuten...und da hat die Story für mich etwas verschenkt. Dachte lange, dass man das Ganze vllt doch eher metaphorisch sehen sollte...als "Erwachsen werden" von Moritani oder als Unsicherheit, Wunsch, als "Geheimnis" oder quasi als "mit dir steht die Zeit still" usw. und dieses Versteckspiel/Unsicherheit verschwindet immer mehr...aber wurde nicht so ganz abgelegt. Mehr als "Fähigkeit", die dann immer schwächer wird...naja, das hätte ich mir runder oder noch spannender gewünscht.
      Na der Zeitstopp ist Moritanis Realitätsflucht. Die Fähigkeit nimmt ab, als sie besser damit klarkommt, mit anderen Menschen zu reden. Sie ist Murakami dankbar, weil sie sie aus ihrer Isolation herausgeholt hat und Murakami konnte in den Zeitstopp eindringen, weil sie sich in sie verguckt hat. Sie als liebende und geliebte Person hatte die metaphorische Kraft, ihr Leben zu ändern und sie aus ihrer Isolation herauszuholen. Die Spielereien helfen Murakami Wagnisse einzugehen anstatt es allen rechtzumachen und sie hofft, erwischt zu werden, weil sie normal nicht den Mumm dafür hätte. Moritani braucht zu dem Zeitpunkt den Zeitstopp eigentlich nicht mehr, aber sie hält ihn aufrecht, weil sie Murakami noch aus ihrer Misere befreien will. Moritani hatte vorher ja schon bemerkt, dass die Unterhosenshow im Flur schon ne Wirkung hatte.

      Kurz: Metapher für Moritanis Drang der Realität zu entfliehen, wird aber auch als Werkzeug genutzt, damit Murakami zu sich selbst stehen kann. Bietete sich an (man kann sicher auch interpretieren, dass der Zeitstopp aus Angst vor einem Rückfall dageblieben ist, fall das mit Murakami böse endet). Danach ist die Fähigkeit ja auch ganz verschwunden.
    • Also der Film war optisch echt besser als gedacht.
      Man könnte auch Paralellen zur japanischen Gesellschaftt ziehen. Keiner will jemand verletzen und man biegt sich für die Geselllschaft zurecht.
      Was mich bei Haruka am Anfang gestört hat war ihr Verhalten, einerseits ist Sie ein eine Idealvorstellung eines jeden Otakus. Wunderschön, Sie macht alles was man will, aber es hat sich so falsch angefühlt,
      weil man gemekrt hat das Sie es nicht wirklich will, sondern nun die Wünsche von allen anderen erfüllt.
      Aber Haruka's Verhalten wurde ja später noch erläutert wobei das eher in Richtung Autist oder geistig krank geht.

      Schön hätte ich es noch gefunden wenn man die Vergangenheit von beiden etwas ausgebaut hätte.

      Fand es auch gut das Moritani später ne aktive Rolle einnimmt und Haruka offen konfrontiert mit ihrem Problem.

      @Eliholz werde morgen auch noch auf deinen Kommentar eingehen, da du schon etwas genannt hast was ich schreiben wollte.
    • Der Regisseur hat die Geschichte so wie damals schon Kase-san viel dramatischer in Szene gesetzt als der Manga es meiner Meinung nach ist. Ich hätte einen zurückhaltenderen Ansatz besser gefunden.

      In der komprimierten Form fällt noch viel stärker auf, wie seltsam in japanischen Medien mit psychischen Krankheiten umgegangen wird. Aus ihnen wird ein Jugendproblem gemacht, das sich mit einem Gespräch lösen lässt. Ich musste beim Schauen jedenfalls gleich an diesen Artikel denken. Die Geschichte hat das gleiche Problem wie Yagate Kimi ni Naru. Der ganze Konflikt - also der von Haruka - ist unglaubwürdig. Entweder eine psychische Störung wird verharmlost oder ein harmloses Problem wird übertrieben dargestellt. Beides funktioniert nicht.
    • Für mich ist das keine Schilderung von geistiger Krankheit, sondern eine Überzeichnung recht häufiger Persönlichkeitsmerkmale (von anderen Abstand halten + es jeden rechtmachen).

      Mit den ganzen Zettelchen in Murakamis Zimmer wird das dem Zuschauer auch schon ziemlich ins Gesicht geworfen, aber das Ding ist, dass das meiner Meinung nach nicht weit von der Realität von nichtkranken Personen entfernt ist. Das Problem von Murakami ist eher der Drang das alles aufzuschreiben, haha. Die Dinge, die sie gegenüber Moritani sagt, wirken vielleicht gestört, aber im Kontext des Verliebt seins spricht sie ihre Ängste verstärkt aus, insbesondere weil diese ihrer Geliebten über von besonderer Bedeutung sind.

      An Moritanis Charakterentwicklung könnte man die Therapie-Methode kritisieren. Sie wird ja im Grunde von Murakami dazu gezwungen, ihre Fähigkeit nicht mehr für sich selbst einzusetzen, um so wegrennen zu können. Die Situation ist natürlich absurd: Sie kann die Fähigkeit nur einmal einsetzen pro Tag und ist sicher öfter als einmal in einem Gespräch involviert. Natürlich gitb es auch etliche andere Methoden, sich zu isolieren außer die Zeit anzuhalten und wegzurennen. Der Einfachheit halber und der Aussage wegen wird das aber ausgeblendet und ich habe kein Problem damit. Es ist ein Zerrbild der Realität und das ist okay so. Bei mir ist etwas angekommen, das auf normalen Problemen beruht (und dass die Liebe mächtig ist).
    • Vermutlich will Sato keine psychischen Krankheiten thematisieren, aber für mich verhält sich Murakami so, als ob sie eine hätte. Viele Menschen sind zurückhaltend und absolut jeder setzt für andere Masken auf, aber die meisten leiden nicht darunter. Die Geschichte tut so, als ginge es um ein ganz großes Problem, nicht um die Facetten des alltäglichen Miteinanders. Sie möchte nichts thematisieren, was "normal" ist, sondern den Anschein erwecken, dass sie von etwas ganz Außergewöhnlichem handelt, ohne es zu tun (ein sehr weit verbreitetes Phänomen der japanischen Medienwelt). Sinnbildlich ist die Frage, die von den Figuren irgendwann im Anime gestellt wird: "Was ist die Unendlichkeit?" Eine Frage zu stellen macht einem nicht zum Philosophen. Das ist dick aufgetragene Augenwischerei.
    • Ja, ich sehe es auch, dass die Geschichte außergewöhnlich sein soll, aber - nenne es Abstumpfung, wenn du möchtest - so sonderbar hat Murakamis Situation nicht auf mich gewirkt (außer den Zetteln). Die allermeisten Freundschaften sind doch sehr oberflächlich, obwohl die Sehnsucht nach Freundschaft und vor allem Liebe doch irgendwo da ist. Und das Overacting dazu gibt es doch schon seit dem Theater - je nach Periode mal mehr oder weniger theatralisch/dramatisch. Deswegen bin ich vorsichtig geworden, ob ich etwas in Anime als geistige Krankheit interpretieren soll oder nicht. Im Endeffekt habe ich so aber mehr Spaß am Schauen, haha.
    • Für mich ist Overacting eine der großen Geißeln der japanischen Medienwelt. Es hat schon etlichen Dramen sehr geschadet, wenn es sie nicht sogar zu Komödien gemacht hat. Aber bei Fragtime ist es nicht so schlimm. Ich denke, der Ursprung des Problems ist wieder mal, dass der Manga aus einem Seinen-Magazin stammt.
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